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Was braucht der perfekte Gürtel? Keine Kompromisse!

14. März 2017

Die Oberfläche, über die wir mit unseren Fingern streichen, ist beinahe glatt. Nur feine Unebenheiten geben ihr Struktur: winzige, eng beieinanderliegende Poren. In unseren Händen fühlt sich das Material angenehm weich an – und zugleich robust und widerstandsfähig. Genau so, wie es sein soll.

Es ist ein Material, mit dem wir uns seit Jahren beschäftigen. Eines, das wir in- und auswendig kennen und schon in tausenden Varianten in den Händen gehalten haben. Eines, in dem sich Tradition und Moderne verbinden. Und das sich gleichermaßen für praktische wie für modische Zwecke eignet.

Leder.

Wir suchen nach Leder der hochwertigsten Art – hier auf der Lineapelle in Mailand, der wichtigsten Fachmesse für Lederwaren und Accessoires Italiens.

Mit unseren Ideen und den ersten Design-Entwürfen im Gepäck laufen wir über die Messe, vorbei an den Ständen von über tausend Herstellern aus über fünfzig Ländern. Rindsleder, Stierleder, Kalbsleder, Büffelleder, Elchleder, Reptilienleder. Schuhe, Taschen, Portemonnaies. Stoffe, hier und da Kunstleder. Es ist eine gewaltige Vielfalt an Materialien, Strukturen, Verarbeitungsbeispielen.

Wir steuern auf die Stände von spezialisierten Gerbereien zu und inspizieren die Häute. Wir wissen wonach wir suchen, produzieren seit dreieinhalb Jahrzehnten Ledergürtel für namhafte Marken. Dabei bedienen wir jedwede Preis- und Qualitätsstufe. Und erleben immer wieder hautnah, wie selbst viele Luxusmarken mit ihrem Gürtelportfolio umgehen.

Wir wissen: Es ist ein Markt der Kompromisse.

Ein Markt der Kompromisse – Blick hinter die Kulissen

Oft müssen wir feststellen, dass die bestmöglichen Modelle dem Endkunden verborgen bleiben.

Die Gürtel einer Modemarke ergänzen meistens die neu entwickelte Oberbekleidungskollektion. Häufig stehen nicht die Lederarten- und Qualitäten oder die Formsprache der Gürtelschließe im Vordergrund, sondern die Farbtöne des Leders, welche möglichst gut zur gesamten Kollektion passen müssen.
Selbstverständlich spielen die Kosten bei der Entwicklung eines Gürtels ebenfalls eine große Rolle. Passt der entwickelte Gürtel noch nicht zum angestrebten Zieleinkaufspreis der Marke, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die allesamt Auswirkungen auf die ursprüngliche Optik und Haptik des Mustergürtels haben. Es kann eine dünnere Oberlederschicht verwendet werden, die anschließend mit billigem Kunstleder unterfüttert wird. Oder man benutzt statt hochwertigem Oberleder das günstigere Spaltleder. Man kann den Gürtel auch etwas schmaler als zunächst geplant herstellen und so die Materialkosten für das Leder um ein paar weitere Cent senken. Oder bei einem Nietengürtel ein Dutzend Nieten weglassen. Oder das Leder aus Ländern wie Indien beziehen, die keine Tradition der hochwertigen Lederproduktion haben, aber günstiger herstellen als etwa die Experten aus Italien. Natürlich kann man auch ganz auf Leder verzichten und es komplett durch Mikrofaser ersetzen.

So oder so: Es wird dezimiert, der Kompromiss ist in vollem Gange, und für viele Kunden ist schlussendlich kaum ersichtlich, ob sie ein hochwertiges oder minderwertiges Lederprodukt in den Händen halten oder gar ein Imitat.

Auch bei den Schließen gibt es viele Ansätze für Kosteneinsparungen. Häufig wird einfaches Eisen, billiger Stahl oder Zinkdruckguss verwendet. Solche Schließen sind vergleichsweise leicht, aber auf den ersten Laien-Blick gleicht am Gürtelständer eine Metallschließe der anderen. Viele Einzelhändler und auch Kunden geben sich mit diesem ersten Blick zufrieden – auch, weil sie es häufig nicht besser wissen. Wie beim Leder kennen sie auch im Metallbereich nicht die erheblichen Qualitätsunterschiede; auch bei diesem Material gibt es oftmals eine mangelnde Transparenz gegenüber den Kunden. Damit geht eine deutlich geringere Nachvollziehbarkeit von Qualitätsstandards, Herkunft und Inhaltsstoffen einher als zum Beispiel bei Lebensmitteln. Doch spätestens, wenn die Farbe nach ein paar Wochen von der Schließe abreibt, das Billigleder brüchig wird oder abfärbt und der erhoffte Tragekomfort ausbleibt, zeigt sich, dass sich Qualität auszahlt.

Kompromisslos gut – unser Anspruch an Perfektion

Es gibt gute Gründe für diese Kompromisse: die Marken wollen ihre Margen sichern. Und berücksichtigen dabei selbstverständlich die Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden.

Ob man sich als Kunde bewusst für innovatives Design und eine erstklassige Haptik entscheidet oder ob man zugunsten eines niedrigeren Preises auf eines der Kriterien verzichten möchte, sollte jeder für sich entscheiden. Uns ist wichtig, dass man zumindest die Wahl hat. Denn wir sind überzeugt, dass Gürtel nicht nur als Mitnahmeprodukt bestehende Kollektionen ergänzen können, sondern dass es einen Platz für hochwertige Gürtel gibt, die dem wahren Potenzial dieses unterschätzten Accessoires gerecht werden. Es ist ein Accessoire, das die gesamte Erscheinung eines Outfits stilistisch verändern und prägen kann. Und das es aus diesem Grund verdient hat, aus hochwertigen und aufeinander abgestimmten Materialien hergestellt zu werden.

Deshalb hinterfragen wir die etablierten Denkweisen. Deshalb arbeiten wir an der ersten Premium-Gürtelmarke Deutschlands. Deshalb sind wir hier, auf der Lineapelle.

Zusammen mit den Firmenchefs von zwei Leder- und Gürtelproduktionen, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiten, gehen wir weiter über die Messe und begutachten an zahllosen Gerberei-Ständen Ledertypen. Wir suchen weiter nach dem perfekten, weichen und trotzdem strapazierfähigen Kalbsleder, dessen Anmutung zu den Schließen passt, die wir uns vorstellen/deren Design wir bereits klar vor Augen sehen. Es ist keine leichte Suche, denn wir haben uns bei der Entwicklung unserer carisco Gürtel das Ziel gesetzt keine Kompromisse einzugehen: nicht bei der Qualität, nicht beim Design, nicht beim Tragekomfort.

So werden wir unsere carisco Gürtelriemen aus erlesenem Kalbsleder herstellen, das in Italien von Meistern ihres Fachs aufwendig handgefertigt wird. Das Futter unserer Riemen wird nicht synthetisch sein, sondern aus samtigem Nubukleder, das im Zusammenspiel mit dem ebenfalls weichen Kalbsleder für einen hervorragenden Tragekomfort sorgt. Auch bei unseren Schließen werden wir gänzlich auf minderwertige Materialien verzichten, sondern mit massivem, handpoliertem Edelstahl 316L ausschließlich das hochwertigste Material für Gürtelschließen nutzen.

Die richtigen Partner

Wir wissen, was wir wollen. Nun brauchen wir die richtigen Partner, die unseren hohen Ansprüchen gerecht werden.

Manche Stände gleichen vollwertigen Showrooms. An den Seitenwänden hängen dicht an dicht etliche einander überlappende Lederhäute, auch hier in einer riesigen Vielfalt an Farben, Prägungen und Drucken. In Trendecken werden die Farben der Saison 2018 präsentiert, insbesondere Pastell- und Minttöne, aber auch Orange und Gelb. Das Standpersonal besteht ausschließlich aus Mitarbeitern der Gerbereien – Fachleuten, die unsere Fragen ausgezeichnet beantworten können. Gemeinsam mit ihnen betrachten wir die unterschiedlichsten Prägungen, von Naturale (natürlich gegerbtes, beinahe unbehandeltes Leder, das noch über die ursprüngliche Porenstruktur verfügt) bis hin zu glatten Prägungen, bei denen die Struktur fast vollständig entfernt wurde. Uns leitet die Frage: Was ist die richtige Wahl für carisco?

Von den Lederhäuten, die in unsere engere Auswahl kommen, lassen wir uns mit einem Teppichmesser etwa 20 mal 20 Zentimeter große Stücke abschneiden. Mit ihnen im Gepäck besuchen wir bereits am nächsten Tag eine nahegelegene Gürtelproduktion. Hier legen wir fest, aus welchen Lederproben welche Ausführungen unserer ersten Musterriemen hergestellt werden sollen.

Das Beurteilen der Muster und das finale Festlegen der Materialien wird dann den nächsten Schritt auf unserer Reise markieren: der Reise zum perfekten Gürtel.

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